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Unsere Medien! #1

(ca. 90 Minuten lesen und schauen!)

Ich bin gestern (07.09.2014) über folgende Sendungen gestolpert, alles nicht ganz so druckfrisch, aber trotzdem noch immer aktuell.

Folgender Ausschnitt der ZDF Sendung „Die Anstalt“ vom 29. April 2014 sollte mal als Beispiel dienen, wie unsere unabhängigen Medienvertreter mit Organisationen verwoben sind, von denen noch nie jemand etwas gehört hat und das ist mit Sicherheit nur die Spitze des Eisberges. Meine Fragen an dieser Stelle: Was glaubt ihr, für wen diese Medienvertreter dann die Nachrichten machen, die ihr dann in der Zeitung und auch im Fernsehen zu sehen bekommt? Glaubt ihr wirklich, dass solche Nachrichten objektiv und neutral sind?

Nachrichten heißen deswegen Nachrichten, weil da die Meldungen „nach gerichtet“ wurden!

ZDF – „Die Anstalt“ – „Die verbotene Folge“ (8 Minuten)

(Nachtrag 18.02.2015 – Das Video wurde gelöscht, ich hab es aber wiedergefunden)

 

Wikipedia schreibt dazu (am 08.09.2014 http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Anstalt#Rezeption)

In der dritten Episode zeigte Claus von Wagner an einer Tafel auf, dass viele deutsche Journalisten in privaten, NATO-affinen Elitenetzwerken wie z.B. der Atlantik-Brücke Mitglied sind, wodurch ein Interessenskonflikt in der Berichterstattung entstehen kann (speziell zur Ukraine-Krise). Der darin genannte Herausgeber der ZEIT, Josef Joffe, beschwerte sich bei ZDF-Chefredakteur Peter Frey und schickte der Redaktion zusammen mit dem ebenfalls genannten ZEIT-Journalisten Jochen Bittner eine Unterlassungserklärung zu. Derzeit läuft ein Rechtsstreit von Bittner und Joffe gegen das ZDF, bis zur gerichtlichen Klärung musste der Beitrag sowie die Sendung aufgrund einer einstweiligen Verfügung aus der ZDFmediathek entfernt werden.

 

Nur gut, dass es User gibt, die das bereits bei Youtube hoch geladen hatten.

 

Also, wie werden Nachrichten gemacht?

Medien funktionieren genauso, wie andere Unternehmen, die gewinnorientiert arbeiten. Die Firmenführung gibt vor, was gemacht wird, die Vorgesetzten sehen zu, dass dieses auch genauso umgesetzt wird und der kleine Arbeiter muss genau das machen, was ihm die Firmenführung und sein Chef ihm vorgegeben haben. Macht der Arbeiter was Anderes, oder geht er mit seiner Arbeit allzu kritisch um, dann wird er seinen Job nicht mehr lange behalten und zur Kündigung ein nicht ganz sauberes Arbeitszeugnis erhalten, damit auch andere potenzielle Arbeitgeber vor diesem  Arbeiter gewarnt sind. Das sollte jedem von uns klar sein, der arbeiten geht, bzw. gegangen ist.

Bei den Medien funktioniert das genauso. Der kleine Journalist, der sich bei einer Zeitung oder dem Fernsehen sein Geld verdient, wird wohl nur selten wirklich das berichten können, was er möchte. In erster Linie muss er über das berichten, was ihm sein Chefredakteur vorgibt und beide werden nichts berichten, was ihrem Arbeitgeber in einem nicht allzu guten Licht darstellen lässt. Versucht man doch sein eigenes Ding irgendwie durchzuziehen, wird man ganz schnell mundtot gemacht, verliert seinen Job und findet keinen neuen Arbeitgeber mehr. Äußern sich dann solche Journalisten weiter, werden diese von den Massenmedien ganz schnell zu Verschwörungstheoretikern abgestempelt. Dabei sagen diese nur, was uns die Medien verschweigen. Also, was glaubt ihr, wie kritisch Medien wirklich mit Themen umgehen?

„Die Meldungen in einer Zeitung sind nur dafür da, um die Stellen zwischen den Werbungen zu füllen!“ – Flurfunk eines Medienunternehmens. Funktioniert aber so auch beim Fernsehen.

Interessant fand ich das folgende Interview von Frau Gabriele Krone-Schmalz, welches auch ganz kurz in dem Ausschnitt aus „Die Anstalt“ gezeigt wurde und im April 2014 gemacht wurde. Auch hier sagt jemand seine Meinung zum Thema „Berichterstattungen in den öffentlichen Medien“ und zeigt auf, am Beispiel „Ukraine – Russland – Konflikt“, was die Medien bewusst falsch machen. Die Dame weiß, worüber sie spricht, hat knapp 40 Jahre für Hörfunk und Fernsehen gearbeitet, unter anderem in den Wendejahren als Korrespondentin im ARD-Studio Moskau, hat viele Bücher über Russland geschrieben und ist u. A. Trägerin sowohl des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, als auch mit der Puschkin-Medallie ausgezeichnet worden.

 

 

Ich vermute, die gute Dame wird nun in den Ruhestand geschickt. Ein anderes Beispiel ist wohl Ken Jebsen. Hat sich im öffentlich-rechtlichen Hörfunk zu häufig mit Themen beschäftigt, die seine Kollegen schon seit Jahren nicht mehr anfassen wollten und über die, seit dem, auch nichts mehr in den Medien zu hören ist.

Als ich diesem Kommentar von ihm gesehen hab, waren da viele Dinge bei, über die ich genauso denke, aber nicht ausspreche, weil mir eh keiner zuhört. Für mich waren das aber mal wieder 35 Minuten Nahrung fürs Gehirn.

 

 

Wie glaubt ihr, sind die Medien in Italien mit ihrem damaligen Regierungschef umgegangen, wenn ihm 25% der Fernsehsender, zwei der wichtigsten Verlagshäuser und etliche Kleinere in Italien gehören  (http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Berlusconi)? Wie sollen den solche Medien wirklich objektiv und vor allem kritisch über die Regierungsgeschäfte in Italien berichtet haben? Glaubst du bei uns oder in anderen Ländern sieht das anders aus?

Also, wer sind die, die bei unseren öffentlich-rechtlichen Medien das Sagen haben? Ich versuch das mal am Beispiel ZDF, weil es etwas einfacher ist, als das der ARD, die Funktionsweise ist aber bei der ARD und deren angeschlossenen Sendeanstalten ähnlich. Also beim ZDF ist das der „ZDF-Fernsehrat“ (http://de.wikipedia.org/wiki/ZDF-Fernsehrat), in welchem 77 Mitglieder darüber bestimmen, was bei euch in der Flimmerkiste läuft, also bei ZDF, ZDF info, 3SAT usw. Klingt erst mal nicht schlecht. Aber wer sind die 77 Mitglieder und wer bestimmt diese?

Im § 21 des ZDF-Staatsvertrages ist dieses aufgedröselt, in Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/ZDF-Fernsehrat) ist eine genaue Auflistung, deswegen mach ich hier in Auszügen nur auf die wichtigen Stellen Aufmerksam:

 

Der ZDF-Fernsehrat setzt sich zusammen aus u. A.

-je einem Vertreter der vertragsschließenden Länder, der von der zuständigen Landesregierung entsandt wird,

-drei Vertreter des Bundes, die von der Bundesregierung entsandt werden,

-12 Vertreter der Parteien entsprechend ihrem Stärkeverhältnis im Bundestag, die von ihrem Parteivorstand entsandt werden,

-Die weiteren unten aufgeführten Vertreter werden auf Vorschlag der dort bezeichneten Verbände und Organisationen durch die Ministerpräsidenten berufen

-Die weiteren 16 aufgeführten Vertreter werden von den Ministerpräsidenten aus den Angehörigen der dort aufgeführten Bereiche berufen

 

Also Klartext:

Die 77 Mitglieder des ZDF-Fernsehrates sind nur 4 Mitglieder von den oppositionellen Parteien des Bundestages bestimmt worden. Aber 11 von den regierenden Parteien des Bundestages direkt. 16 Mitglieder, die direkt von ihren Landesregierungen entsandt werden. Die restlichen  46 Mitglieder werden durch die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer bestimmt.

Grob gesprochen:

73 Mitglieder, des 77 Mitglieder umfassenden  ZDF-Fernsehrates, werden vom den Politikern  bestimmt, die uns regieren. Die andern 4 sind aber ebenso Vertreter ihrer Parteien (2 Mitglieder von der FDP, einer jeweils von „Den Grünen“ und „Linken“) und alle 77 Mitglieder möchten diesen Posten auch in der nächsten Amtszeit bekleiden.

Also? Wird einer dabei sein, der nicht das machen wird, was sich die Regierenden wünschen? Vermutlich eher nicht! Werden die Chefredakteure und Abteilungsleiter, die u. A. von den 77 Mitgliedern berufen werden, das machen, was die Regierenden wollen, oder werden diese ihre eigene Berufsethik in den Vordergrund stellen? Was soll jetzt der kleine Journalist machen, der die Texte für den Kleber schreibt? Unabhängige Medien sehen für mich anders aus.

Also? Was bedeuten die „Nachrichten“, die du in der „Tagesschau“ oder im „heuteJournal“ zu sehen bekommst? Objektive und kritische Berichterstattung? Sicher nicht! Hier werden die Dinge, die Du nicht haben willst, solange schön geredet, bis auch Du der Meinung bist, dass das „kleinere“ Übel schon das richtige Mittel der Wahl ist, ohne dass uns auch nur Einer über Alternativen aufgeklärt hat, Wie man am oben genanntem Beispiel „Die Anstalt“ gesehen hat, kann man im Fernsehen nur dann kritisch berichten, wenn man es in Satire verpackt. Die Zuschauer haben was zu lachen und danach juckt es auch niemanden mehr. Achtung: Sendungen wie „Die Anstalt“ werden vom ZDF deswegen gemacht, um zu beweisen, dass ich mit meinen Aussagen ja doch nicht so recht haben kann und man beim ZDF freier arbeiten kann, als ich hier behaupte (!).

Ich möchte mich nun nicht so weit aus dem Fenster lehnen und behaupten „Dein Fernseher lügt!“, aber ich bin schon der Meinung, dass Dir im Fernsehen, Zeitung und Radio nur die Hälfte erzählt wird, weil die andere Hälfte für Werbung und sonstige „Gehirnweichspüler“ benötigt wird.

 

Also, versucht euch eure eigene Meinung zu allen Themen zu machen und hört euch immer beide Seiten eines Themas an. Seht nicht nur in euren Fernseher, sondern nutzt die Informationen, die euch das Internet bereithält. Hört mal eher auf das, von denen euch eure Freunde erzählen und nicht auf das, was ein selbsternannter Experte in der glotze labert. Ich hingegen bin mit dem Thema Medien noch nicht fertig und werde es zu einem späteren Zeitpunkt nochmals aufgreifen.

Gruß vom Holliorc

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